Das Stück
Geld und Geist
Noch heute ist die Geschichte Gotthelfs von Geld und Geist aktuell. Das heisst, eigentlich ist sie aktueller denn je. Geld, viel Geld zu besitzen, scheint immer erstrebenswerter zu sein. Und der Geist bleibt dabei nicht selten auf der Strecke, oder er wird vom Geld erdrückt.
Das war schon zu Gotthelfs Zeiten (1797–1854) so. Und bei seinen Protagonisten von «Geld und Geist». Bei der Familie von Ännali und ihrem Mann Christen, die in Liebiwyl einem geregelten und ehrbaren Leben nachgehen. Bis ein windiger Schreiber von der Gemeinde auftaucht und Christen «an den Karren fährt». Warum er das Geld seines Mündels denn nicht «auf Zins» anlege, wie es heute modern sei? Was er auch sinne, das teure Geld im Sekretär einfach vor sich hin rosten zu lassen? Was sein Mündel wohl dazu sagen werde, wenn es dereinst über sein Vermögen verfügen dürfe, usw.
Christen lässt sich auf den Handel mit dem Schreiber ein. Er gibt dem Schreiber das Geld, das er für sein Mündel treuhänderisch zu verwalten hat. Die Geschichte nimmt ihren unseligen Lauf.
Natürlich begegnen wir auch Ännalis und Christens Kindern. Dem kränklichen Christeli, dem stattlichen Resli und dem heiratswilligen Annelisi. Und dem vierschrötigen Dorngrüt-Bauern, seiner bemitleidenswerten Frau und ihrer gemeinsamen Tochter Annemareili, welche sich in Resli verliebt hat. Doch ihr Vater hat den alten, schmierigen Käuer Joggi für sie ausgesucht...
Eine Geschichte voller «Geist», voller menschlicher Tiefen und Höhen. Und einem Ende, das traurig und glücklich zugleich macht.
Wir freuen uns auf «Geld und Geist». Auf Gotthelfs Menschen. Auf seine Deutungen und seine Mahnungen. Aber auch auf seinen Humor.
